Zwischen den Stühlen

Beratung von hochkonflikthaften Trennungsfamilien

Vom Schützen, Lenken und Verändern

Diese 3tägige Weiterbildung richtet sich an alle Professionen, die mit Trennungsfamilien arbeiten: Berater*innen, Familientherapeut*innen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen, Psycholog*innen, Sozialpädagog*innen, Jurist*innen für Familienrecht, Verfahrensbeiständ*innen.

Trennungen stellen für Eltern eine tiefgreifende Lebenskrise dar und gehen häufig mit intensiven emotionalen Belastungen, Konflikten und Unsicherheiten einher. Für Fachkräfte in der psychosozialen Beratung bedeutet dies, Eltern in einer Phase zu begleiten, die sowohl von Verlust als auch von notwendiger Neuorientierung geprägt ist.

Die Weiterbildung thematisiert im ersten Teil die Beratungsarbeit mit den Eltern und fokussiert im zweiten Teil das Erleben der Kinder. Die Fortbildung hat einen psychoedukativen Anteil verknüpft mit Praxis, Selbsterfahrung und Übungssequenzen anhand von praxisnahen Fallbeispielen.

Teil 1: Arbeit mit Eltern in Trennungssituationen

Im ersten Teil stehen die Dynamiken von Trennungsprozessen sowie die professionelle Begleitung von Eltern im Mittelpunkt. Theoretische Grundlagen zu psychologischen Aspekten von Trennung, typischen Verlaufsphasen und Modellen von Elternschaft nach Trennung werden ergänzt durch rechtliche Rahmenbedingungen und Einblicke in familiengerichtliche Verfahren.

Im Praxisteil liegt der Fokus auf der konkreten Beratungsarbeit: Die Teilnehmenden erproben mediativen Methoden zur Konfliktklärung, reflektieren ihre professionelle Haltung und stärken ihre Psychohygiene. Anhand von Übungen werden Prozesssteuerung, Co-Arbeit bei hochstrittigen Eltern sowie der gezielte Einsatz von Einzelsettings praxisnah trainiert.

Teil 2: Arbeit mit Kindern in Trennungsfamilien

Der zweite Teil richtet den Blick auf die Erlebniswelt von Kindern und deren Einbindung in den Beratungsprozess. Zentrale Themen sind kindliche Reaktionen auf Trennung, die Gestaltung von Trennungsmitteilungen sowie Risiko- und Schutzfaktoren für eine gelingende Entwicklung.

Auch hier steht die praktische Anwendung im Vordergrund: Die Teilnehmenden üben, Kinder altersgerecht einzubeziehen, entwickeln Handlungssicherheit im Umgang mit herausfordernden Situationen wie Umgangsverweigerung und lernen zentrale Bausteine des begleiteten Umgangs kennen. Methoden wie die Arbeit mit dem Systembrett werden konkret erprobt, um die Perspektiven von Kindern sichtbar zu machen und sie wirksam im Beratungsprozess zu unterstützen.

Auf Anfrage kann die Fortbildung bedarfsorientiert angepasst werden.